War es der Stern von Bethlehem? – Wirbel um Feuerschweif an Heiligabend in Europa

In Teilen der Niederlande, Deutschlands und der Schweiz hat an Heiligabend um ca. 17:30 Uhr ein mysteriöser Feuerball samt Schweif für mächtig Aufsehen gesorgt. Von einem Flugzeugabsturz war die Rede, genauso wie von einem Meteoriten. Die wahrscheinlichste Ursache ist jedoch, dass der Schweif aus Teilen einer Sojus-Rakete bestand, die am Mittwoch im kasachischen Baikonur gestartet war, um drei Kosmonauten zur ISS zu bringen.

Deutschland, Schweiz und Niederlande
Die Mannheimer UFO-Meldestelle erlebte gestern am frühen Abend um halb sechs einen wahren Ansturm. Von Mainz (Rheinland-Pfalz) über Ludwigsburg (Baden-Württemberg) bis hin zu Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) meldeten sich Personen, die einen Feuerball oder ein abstürzendes Flugzeug im Flugrichtung West-Ost zu sehen glaubten. Beim Radiosender Antenne Thüringen meldeten sich zahlreiche Hörer, beim ersten Anrufer glaubte der diensthabende Moderator noch an einen Scherz, denn na klar – zu Heiligabend ist ja die Legende vom Stern zu Bethlehem stark verbreitet.
Nicht nur in Deutschland glühten die Telefondrähte, auch in Teilen der Schweiz, von Basel bis Lausanne, und auch in den Niederlanden, Belgien und Frankreich konnte die seltsame Himmelserscheinung beobachtet werden.
Das untenstehende Amateurvideo wurde in Stuttgart-Zuffenhausen aufgenommen und zeigt den Feuerball.

Dasselbe Phänomen, gesichtet in Bergisch-Gladbach (Nordrhein-Westfalen):

Christkind, Komet oder Meteorit?
Bereits kurz nach Auftauchen der Erscheinung rankten sich wilde Gerüchte um die Ursache. Ob es nun das Christkind oder der Weihnachtsmann samt Elchen und Schlitten war, es wurde wild spekuliert. Die Mannheimer UFO-Stelle mutmasst eine Art Riesensternschnuppe. Gerüchten zufolge könnte es sich auch um den Kometen Lovejoy – oder wissenschaftlich gesehen C/2011 W3 – handeln, der Ende November von einem Australier entdeckt wurde. Jedoch war dieser Komet ausschliesslich auf der Südhalbkugel anzutreffen, zudem konnte ihn ein auf der ISS stationierter NASA-Astronaut fotografieren. Des Weiteren könnte auch ein Meteor für die rätselhafte Erscheinung gesorgt haben, was jedoch von Experten der ESA dementiert wurde, da die Flugrichtung für Meteoriten atypisch sei.

Dieses beeindruckende Video im Portefeuille des Schweizer Fernsehen SF zeigt den Kometen, wie er am 21. Dezember von der ISS aus aufgenommen wurde:
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Kein Flugzeugabsturz, dafür Teile einer Sojus-Rakete
Zu Beginn wurde auch ein Flugzeugabsturz vermutet, viele glaubten sich an eine Szene in Ian McEwan’s Roman Saturday erinnert, wo der Hauptcharakter Zeuge eines Flugs einer Maschine, die Feuer gefangen hat und auf den Londoner Flughafen Heathrow zufliegt, erinnert. Doch es gab keine weiteren Hinweise über eine Katastrophe, alle Maschinen hätten ihre Ziele planmässig erreicht. Eine äussert plausible Erklärung ist diejenige, die den Feuerschweif als Überreste einer Sojus-Rakete qualifiziert, die vergangenen Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet war, um drei russische Kosmonauten zur ISS zu bringen. Die europäische Weltraumbehörde ESA bestätigt, dass die dritte Stufe der betroffenen Rakete in einer Flughöhe von 80 Kilometer auf einer Linie, die von Saarbrücken über Mannheim und Würzburg bis hin nach Prag führte, verglüht sei. In Polen und der Ukraine seien dann einige Teile des Fluggefährtes aufgeschlagen. Gestern war übrigens in Sibirien ein Teil eines abgestürzten russischen Satelliten auf ein Haus gestürzt, das just an der Strasse des Kosmonauten gelegen war. Das Center for Orbital and Reentry Debris Studies prophezeite einen Wiedereintritt der Sojus-Rakete am 24. Dezember 2011 um 17:41 Uhr, was in etwa mit der Himmelserscheinung zusammenkommt.

Ein relativ deutlich erkennbares Dokument bildet dieses YouTube-Video, das irgendwo in Deutschland aufgenommen wurde:

Auf YouTube sind zahlreiche Videos hochgeladen worden, die das Geschehen bezeugen.

Anbei noch der Beitrag der Tagesschau des Schweizer Fernsehens:
Tagesschau vom 25.12.2011

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