Sommerserie Champions League: Teil 1: FC Barcelona

Mit der zweiten grossen Sommerserie nebst derjenigen der Architektur befasst sich Cabo Ruivo mit der folgenden Champions League-Saison und nimmt dabei die Top-Favoriten unter die Lupe. Erstes Team ist Titelverteidiger FC Barcelona. Wird es die Guardiola-Equipe wieder schaffen? Der grosse Cabo Ruivo-Test wird es zeigen.

Der FC Barcelona rund um Superstar Lionel Messi scheint die Übermannschaft des europäischen Fussballs der letzten Jahre zu sein. In der Ära Guardiola wurde sie dreimal Meister und zweimal Champions League-Sieger. Weder Real Madrid in der Liga noch Manchester United in der Liga vermochten Barcelona zu stoppen. Wird es diesmal gelingen?

Hervorragender Kader, aber…

Barcelona ist auf allen Positionen hervorragend besetzt, jedoch ist der Hunger nach neuen Spielern offensichtlich noch lange nicht gestillt. Der chilenische Superstar Alexis Sanchez wechselte für rund 40 Millionen Euro von Udinese zu den Katalanen, die währenddessen weiterhin um ihr Ex-Talent Cesc Fábregas, steht bei Arsenal unter Vertrag, buhlen. Vermutlich wird für Fábregas in Barcelonas Mittelfeld um Xavi und Iniesta nur die Rolle des Edelreservisten bleiben. Ein weiterer wichtiger Stützpfeiler des Teams ist Lionel Messi, der in seiner argentinischen Heimat stark in Kritik geraten ist, da er der Meinung der Landsleute nach nur im Verein gut spielt. Messi zaubert hervorragende Dribblings, die von aller Welt hochgelobt werden und ihm – 2010 ehrlich gesagt zu Unrecht – zum Weltfussballertitel verholfen haben. Xavi und Iniesta wurden immerhin Weltmeister und schieden nicht sang- und klanglos aus. Jedoch ist die Kritik an Messi falsch, vielmehr ist das ein Beweis dafür, dass Messi nur mit einer guten Mannschaft ein guter Spieler sein kann. Er holt sich ja sehr selten die Bälle aus dem Mittelfeld, sondern wartet immer brav auf ein Zuspiel.

Nichts zu meckern gibt es über das Mittelfeld mit Xavi und Iniesta, die zweifelsohne zu den besten Fussballern der Geschichte gehören. Da würde Fábregas trotz seiner Begabung nur im Schatten beider stehen. Zudem steht mit Thiago Alcantara eine hervorragende Alternative sowohl für Xavi als auch für Messi bereit. Alcantara hatte nicht nur mit seinem Hammertor im U21-EM-Finale gegen die Schweiz auf sich aufmerksam gemacht.

Sehenswert ist das Tici-Taca-Kurzpassspiel alleweil, jedoch ergibt sich bei Barcelona den Eindruck, dass sie den Ball eher ins Tor tragen möchten, denn kaum traut sich einer mal, gehörig reinzutreten. Ausnahme war David Villa im Champions League-Final 2011 im Wembley.

Die grosse Frage ist: Wann wird den Spielern der Dauererfolg zu Kopf steigen?

Trainer

Josep „Pep“ Guardiola ist zweifelsohne ein sehr guter Trainer, doch stellt sich da die Frage, inwiefern lässt sich der Erfolg, der mit seiner Einsetzung wieder zurückgekommen ist, tatsächlich identifizieren. Fakt ist, dass bei Barcelona alle Mannschaften, von der untersten Jugend bis zum Fanionteam, nach demselben Prinzip spielen, so dass jeder gleich integriert ist und sich nicht mehr dran gewöhnen muss. Guardiola hat sicherlich einen guten Riecher, was die Zusammenstellung seines Kaders anbelangt, vonm Kauf Zlatan Ibrahimovics mal abgesehen, doch der ist ja in der Zwischenzeit wieder weg. Zudem hat Guardiola den Vorteil, dass er mit der Spielweise als ehemalige Barça-Kapitän bestens vertraut ist. Seine Unsicherheit über den Verbleib in Barcelona (sein Vertrag läuft noch bis Ende Saison und wurde im Februar 2011 nur um ein Jahr verlängert) kann sich eventuell auch auf die Spieler auswirken.

Verein

Der Verein kann sich auf eine grosse Unterstützung freuen, er hat weltweit am meisten Fans. Doch in der stabilen Festung bilden sich Risse. Den Verein plagen grosse Schulden, und das erste Halbjahr 2011 wurde mit einem Verlust von 21 Millionen Euro abgeschlossen. Um zu sparen, wird die Schliessung der ebenfalls sehr erfolgreichen Basketballabteilung in Betracht gezogen. Zudem schwelt im Hintergrund immer noch der Rechtsstreit zwischen Präsident Sandro Rosell und seinem Vorgänger und ehemaligem Ziehvater Joan Laporta um angebliche Bilanzfälschungen.

Fazit

Barcelona ist auch in diesem Jahr wieder der Topfavorit auf den Titel. Es führt fast kein Weg an Xavi und Co. vorbei, doch die Realität hinter der schönen und schillernden Fassade ist nicht klar. Die Wahrheit wird jedoch nur während der Saison ans Licht rücken. Und da gibt es ja noch den Fluch der Champions League: Seit deren Einführung 1992 konnte kein Sieger seinen Titel verteidigen.

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