125 Jahre Rhätische Bahn: Tag der offenen Tür im Depot Landquart

2014 feiert die Rhätische Bahn (RhB) ihr 125-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass öffnete die Bahngesellschaft die Türen des Depots und der Werkstätte in Landquart/GR für interessierte Besucherinnen und Besuchern. Mit 12’500 fiel diese Zahl höher aus als erwartet, in gewissen Bereichen stiessen die Organisatoren auf logistische Grenzen. Nichtsdestotrotz war der Anlass ein Höhepunkt des Bahnjahres 2014, nebst ausgestellten Fahrzeugen und Komponenten gehörten eine Lokparade in der Rotunde und eine Dampfzugfahrt zu den Highlighs des Tages. Währenddessen organisierte SBB Historic eine Extrafahrt mit dem RAe TEE II 1053 und stellte ihn für Besichtigungen zur Verfügung.

In 125 Jahren zur grössten Meterspurbahn der Schweiz

Ge 6/6 K ("Krokodil")

Historisches Flaggschiff der RhB: Die Ge 6/6 I Krokodil. Weitere Bilder finden Sie in der untenstehenden Bilderstrecke

Am 7. Februar 1888 gründete der Niederländer Willem Jan Holsboer die Schmalspurbahn Landquart–Davos AG. Ein Jahr später konnte die meterspurige Strecke zwischen Landquart/GR und Klosters/GR in Betrieb nehmen. In den 125 Lebensjahren wuchs die Rhätische Bahn zur grössten Meterspurbahn der Schweiz an und umfasst heute ein Schienennetz von 384 Kilometern. Nicht nur die RhB hat Holsboer ihre Existenz zu verdanken, auch förderte er den Status von Davos als Luftkurort, nachdem seine damalige Frau 1867 an Tuberkulose erkrankte und zur Heilung in die Bündner Berge geschickt wurde. Zu Ehren von Holsboer wurde 2011 der Allegra ABe 8/12 3501 am 1. Mai 2010 in Landquart auf seinen Namen getauft, drei weitere Züge tragen seit diesem Datum die Namen von Friedrich Hennings, Carlo Janka und Dario Cologna. In der Zwischenzeit haben weitere Allegras aus dem Hause Stadler Rails den Namen von Bündnern oder mit dem Kanton Verbundenen erhalten, so sind unter anderem Alois Carigiet, Alberto Giacometti oder Giovanni Segantini auf den Zweikraftzügen ABe 8/12 verewigt, die S-Bahn-Variante ABe 4/16 wurden unter anderem zu Ehren von Angelika Kauffmann oder Hortensie Gugelberg von Moos getauft.
Heute erstreckt sich das Streckennetz der RhB von Disentis über Chur, Landquart, Klosters und den Vereina-Tunnel nach Sagliains, von St. Moritz über Thusis nach Reichenau, von Bever bis Scuol Tarasp und von St. Moritz beziehungsweise Samedan über den Bernina nach Tirano. Abgesehen vom italienischen Bahnhof Tirano liegen alle Bahnhöfe auf Gebiet des Kantons Graubünden. 1972 wurde die isoliert vom übrigen Netz gelegene Ferrovia Bellinzona–Mesocco stillgelegt, nachdem ein Lückenschluss Mesocco–Thusis aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden konnte, genauso wenig wie andere Projekte wie die Bahnstrecke St. Moritz–Maloja–Chiavenna oder die Ofenbergbahn von Zernez via Mustair nach Mals (Südtirol). Eine der vielen Besonderheiten auf dem Netz der RhB ist die Berninabahn, im Gegensatz zum mit 11 kV Wechselstrom elektrifizierten Stammnetz, verkehren die Züge nach Tirano mit 1000 Volt Gleichstrom, weswegen die heute dort verkehrenden Züge Zweikraftzüge sind. Zwischen Chur und Domat/Ems verfügt die RhB noch über ein Dreischienengleis mit Meter- und Normalspur, damit Güterzüge aus dem SBB-Netz direkt die Anschlussgleise der dortigen Industrie bedienen können, aufgrund der gegenüber dem SBB-Strom geringerer Spannung dürfen nicht alle Normalspurfahrzeuge diese Strecke befahren, zugelassen sind unter anderem die SBB Re 4/4 (420), die SBB Re 6/6 (620) und die BLS Re 4/4 (425), bis zu ihrer Ausmusterung im Dezember 2013 fand gelegentlich auch noch eine Ae 6/6 den Weg ins Bündnerland.

Grosses Fest als Jubiläumshöhepunkt

Die Rhätische Bahn beschloss, das Jubeljahr gebührend zu feiern und beschloss, das Depot und die Werkstätte im Betriebsmittelpunkt Landquart der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ausgestellt wurden Fahrzeuge aller Generationen, zudem wurden zehn Lokomotiven der gesamten Generationenspannweite der 125 Betriebsjahre, von der Dampflokomotive bis hin zur Ge 4/4 III, im Ringlokschuppen auf der Drehscheibe in einer Parade präsentiert. Die noch aus der Zeit der Betriebsaufnahme der LD stammende G 3/4 577 Rätia pendelte mit zwei Drittklass- und einem Bernina-Aussichtswagen zwischen dem Festgelände und dem Güterumschlagszentrum. Auch konnten die Besucherinnen und Besucher den Blick hinter die alltäglichen Tätigkeiten in der Werkstätte werfen, so wurde auch die Neulackierung der Wagen erklärt, oder Fahrzeugkomponenten wie Bremsklötze oder Traktionsmotoren ausgestellt. Zudem organisierte SBB Historic eine Extrafahrt mit dem RAe TEE II 1053, während seines Aufenthaltes konnte der Zug ebenfalls besichtigt werden.

Bilderstrecke

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CaboRuivoTV-Beitrag über den Tag der offenen Tür in Landquart

Video über die Dampfzugfahrt von der Werkstätte zum Güterumschlagszentrum

Rundgang durch den RAe TEE II 1053 in Landquart

Siehe auch

  • Winterthur750: SwissHistorik liess Technikherzen höher schlagenCabo Ruivo vom 28. April 2014
  • Links

  • Seite der RhB zum 125-Jahr-Jubiläum
  • RhB: Tag der offenen Tür in LandquartbahnONLINE.ch vom 10. Mai 2014
  • Fotos vom Anlass bei DREHSCHEIBE online
  • 12’500 liessen sich von der RhB-Welt fasziniereninfo24 vom 10. Mai 2014
  • 125 Jahre Rhätische Bahn: Graubündens DurchmesserlinieNZZ Online vom 3. Mai 2014
  • Die Fotos befinden sich in Eigentum von Daniel Wachter. Zuwiderhandlung wird umgehend geahndet

    125 Jahre Rhätische Bahn: Tag der offenen Tür im Depot Landquart
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