Video: Der RAe TEE II 1053

Am 17. April 2014 absolvierte der von der Stadler Rail Group revidierte RAe TEE II 1053 der SBB Historic Testfahrten im 3000 Volt Gleichstrom-Netz im Rangierbahnhof Chiasso Smistamento, nachdem er tags zuvor solche im aktuell noch mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifizierten Streckenabschnitt Genf–La Plaine ausgeübt hatte. Am 15. April 2014 wiederum war der Zug zwischen Basel SBB Gleis 30-35 und der Schweizerisch-französischen Grenze St. Johann/St. Louis unterwegs, um seine Tauglichkeit für das 25 kV 50 Hz Wechselstromnetz zu testen.
Am Abend des 17. April wurde der historische Vierstromtriebzug von Chiasso/TI wieder nach Olten überführt und passierte dabei Brunnen/SZ. Die zu diesem Zeitpunkt bereits stark fortgeschrittene Dämmerung erlaubte zwar keine brauchbaren Fotoaufnahmen mehr, nichtsdestotrotz wurde der vorbeifahrende Zug auf Video gebannt:

Am 10. Mai 2014 organisierte SBB Historic anlässlich des Tages der offenen Tür der RhB-Werkstätte in Landquart im Zeichen des 125-Jahr-Jubiläums der Rhätischen Bahn eine Extrafahrt mit dem RAe TEE II 1053 von Zürich HB nach Landquart. Während seines Aufenthaltes im Bündnerland stand das Bijou zur Besichtigung für interessierte Besucherinnen und Besucher offen. Dieser Videorundgang führt den Zuschauer in den Fahrgastraum, den Speisewagen, den Technikraum und auch den Führerstand:

Der RAe TEE II

Zwischen 1961 und 1967 bauten die SIG in Neuhausen am Rheinfall/SG und die Maschinenfabrik Oerlikon in Zürich-Oerlikon fünf Vierstromtriebzüge (1051-1055) für die SBB, welche diese im Trans-Europ-Express-Verkehr (TEE) auf den Achsen Zürich–Mailand und Mailand–Paris einsetzten. Ursprünglich umfassten die Züge nur eine erste Wagenklasse und geschlechtergetrennte Toiletten. Nebst den auf dem Schweizer Normalspurnetz nahezu standardmässigen 15 kV 16.67 Hz Wechselstorm konnte der Zug auch auf 25 kV 25 Hz Wechselstrom, 3000 Volt Gleichstrom und 1500 Volt Gleichstrom verkehren und sparte somit manchen Lokomotivwechsel an der Grenze ein.
Ab 1974 fuhren die Züge nach Belgien (Brüssel) und in die Niederlande (Amsterdam). Nach dem Ende des TEE-Zeitalters 1988 wurden die Züge umgebaut, erhielten auch eine zweite Wagenklasse sowie den Namen RABe EC und dienten zunächst dem EuroCity-Verkehr (Winterthur–) Zürich–Mailand und Zürich–Stuttgart, ehe sie später als TGV-Zubringer zwischen Bern und Frasne eingesetzt wurden. Dem neuen Lack in verschiedenen Grautönen wegen erhielten die Züge den Spitznamen Graue Maus.
1995 wurden mit den Triebzügen 1052 und 1054 die ersten beiden in Kaiseraugst/AG verschrottet, die drei restlichen Züge 1051, 1053 und 1055 wurden 1999 aus dem Verkehr gezogen. Das historische Erbe der SBB, SBB Historic erstand danach den noch am besten erhaltenen Zug 1053 und gab ihm im Zuge einer Generalrevision in der BLS-Hauptwerkstätte in Bönigen/BE die originale rot-crèmefarbene TEE-Farbgebung zurück. Seit 2012 wurde der Zug durch den Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail in Bussnang/TG.
Der nun noch erhaltene Zug war 1962 in ein schweres Zugunglück bei Montbard/FRA verwickelt: Er kollidierte mit einem im Gegengleis entgleisten Kesselwagen und prallte anschliessend in ein Wärterhaus. Zehn Personen kamen dabei ums Leben, elf weitere erlitten Verletzungen. Der Steuerwagen wurde so schwer beschädigt, dass er abgebrochen und durch ein äquivalentes Fahrzeug ersetzt werden musste.

Links

  • Beitrag von TEE-Classics zu den Testfahrten
  • STADLER revidiert SBB Historic TEE-Triebzug RAe II 1053bahnONLINE.ch vom 27. März 2014
  • Portraitseite des RAe TEE II 1053 bei SBB Historic
  • Datenblatt zum SBB Historic RAe TEE II 1053 (PDF-Datei)
  • Video: Der RAe TEE II 1053
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