Fahrplankonzept für die Gotthardstrecke: Halbstündlich ins Tessin

Die SBB haben das Fahrplankonzept für die Gotthardstrecke festgelegt. Zwischen Arth-Goldau und Lugano wird ein Fernverkehrshalbstundentakt durch die Basistunnels am Gotthard und am Ceneri realisiert, im Gegenzug werden die InterRegio-Züge auf dem Abschnitt Erstfeld-Locarno entfallen und durch RegioExpress-Züge über den Berg ersetzt. Bis 2020 gilt ein Baustellenfahrplan wegen den Ausbauten am Zugersee und am Axen. Dennoch bleiben Fragen offen.

Wird dank der NEAT um 52 Minuten schneller: Der Nord-Süd-Bahnverkehr via Gotthard (Symbolbild)

Fahrplankonzept für die Gotthardstrecke steht – Wird dank der NEAT um 52 Minuten schneller: Der Nord-Süd-Bahnverkehr via Gotthard (Symbolbild)

Halbstündliche InterCity/EuroCity-Verbindungen ins Tessin

Im schnellen Fernverkehr sollen zwischen Arth-Goldau und Lugano pro Stunde zwei schnelle Fernverkehrsverbinungen durch die Basistunnels am Gotthard und am Ceneri geführt werden, davon einer pro Stunde weiter als EuroCity nach Mailand. Einer der beiden Züge wird dabei Goldau-Bellinzona ohne Zwischenhalte verkehren, der andere in Altdorf einen Halt einlegen. Dabei wird ein durchgehender Stundentakt Zürich-Tessin realisiert, um eine halbe Stunde versetzt werden zwei Zweistundentakte Tessin-Basel und Tessin-Zürich realisiert, die wie heute mit der Umsteigeverbindung mit dem InterRegio ebenfalls einen Stundentakt bilden.
Ein erster Schritt zum Halbstundentakt wird bereits im Juni 2014 gemacht, wenn die zweistündlichen EuroCity-Züge Zürich HB-Milano Centrale um 30 Minuten gedreht werden.
Aufgrund der Trassenverfügbarkeit in Mailand können künftig keine EuroCitys mehr im Nullknoten Zürich verlassen, weswegen eine Drehung des gesamten Gotthardangebots um 30 Minuten geprüft wird, was aber auf dem Abschnitt Luzern-Basel SBB für Schwierigkeiten sorgt, als Alternative bieten sich ein EuroCity-Stundentakt Zürich-Mailand und ein InterCity-Stundentakt Lugano-Goldau mit alternierender Verlängerung nach Basel SBB bzw. Zürich HB an.
Im InterCity-Verkehr sollen Doppelstockzüge des Typs TWINDEXX fahren, für die EuroCity-Züge läuft aktuell der Endspurt der Ausschreibung von 29 neuen Zügen, vier Schienenfahrzeughersteller haben ein Angebot eingereicht, aufgrund formaler Fehler auf beiden Seiten verzögert sich aber der Entscheidungsprozess.
Der durchgehende Halbstundentakt folgt 2020, wenn der Doppelspurausbau Walchwil-Walchwil Hörndli und der Ausbau der Strecke Brunnen-Flüelen auf vier Meter Eckhöhe vollendet sind.

InterRegio-Züge verkehren nur noch bis/ab Erstfeld

Ebenfalls bekannt ist, dass ab 2020 das Zeitalter der InterRegios über den Berg beendet sein wird, denn die Züge sind bereits auf dem Abschnitt Erstfeld-Locarno defizitär und werden nach der Inbetriebnahme der Basistunnels weiter an Boden verlieren, weswegen sie ab der Einführung des schnellen Halbstundentaktes nur noch bis/ab Erstfeld/UR verkehren werden, auf der Gotthardbahn mit Halt in Schwyz, Brunnen, Flüelen und Altdorf. Am Wochenende sollen einzelne Zugspaare bis Göschenen verlängert werden, um den Andermatter Anschluss weiterhin anbieten zu können. Damit wird auch die Zukunft der Panoramawagen unklar, die neuen InterRegio-Züge sollen voraussichtlich mit EW IV-Pendel, IC2000-Doppelstockzügen oder Twindexx gefahren werden.
Ganz auf den Verkehr muss die Bergstrecke nicht verzichten, es sollen TILO-Flirts im Stundentakt als RegioExpress von Chiasso über Lugano, Bellinzona, Biasca und Airolo nach Erstfeld geführt werden, wo Anschluss an den InterRegio angeboten wird.
Zudem sollen werktags zu den Hauptverkehrszeiten RegioExpress-Züge zwischen Erstfeld und Zürich HB ein attraktives Pendlerangebot schaffen.
Aktuell liebäugelt die Schweizerische Südostbahn (SOB), den Voralpen-Express über den Gotthard ins Tessin zu verlängern, was für die Bahnhöfe Schwyz, Brunnen, Flüelen und Erstfeld nicht nur die Fortsetzung von Direktverbindungen bedeuten würde, sondern auch einen zweiten Fernverkehrszug pro Stunde, was verglichen mit ähnlich grossen Bahnhöfen wie Herzogenbuchsee odee Sissach höchste Eisenbahn wird, die bereits seit langer Zeit zwei Fernverkehrshalte pro Stunde vorweisen können. Was für eine Verlängerung spricht, ist die Überlegung des Luzerner Verkehrsverbundes, den Voralpen-Express nicht mehr zu subventionieren und stattdessen den S-Bahn-Halbstundentakt Luzern-Goldau (-Brunnen) zu bestellen.

Beitrag der Tagesschau vom 8. August 2013

Links

  • SBB legt Fahrplankonzept auf der Gotthardstrecke fest – Artikel von bahnONLINE.ch
  • Medienmitteilung der SBB
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