Die witzigsten Fernsehbeiträge der Schweiz

Nachrichten überbringen meist Hiobsbotschaften aus aller Welt, gespickt mit mehr oder weniger niveauvollen Hintergrundinformationen. Doch auch Amüsantes darf nicht fehlen, vor allem in Trash-News von Boulevard-Magazinen oder Talk-Shows wie Schweiz aktuell. Anfolgend eine schöne Liste mit den wohl witzigsten unfreiwilligen Nachrichten- und Fernsehsendungsbeiträgen der Schweizer Fernsehwelt.

Er isch brutal getrainiert!

In irgend einem Beitrag in irgendeinem Sender ging es um irgendeinen Kickboxer, der voll braaaaat für den nächsten Kampf und gemäss seines Trainers brutal getrainiert ist:

s bescht, wos je heds gits

Dieser Beitrag hat es komplett in sich: 2010 wurde der Ausdruck s bescht, wos je heds gids zum Jugendwort des Jahres gekürt. Grund genug, Interviews mit Jugendlichen auf der Strasse zu führen. Naja, einige hätten besser abgelehnt:

Natürlich liess sich das auch Tele Züri nicht entgehen, angehaucht mit einem Versuch von versuchter Seriosität:

Wenn getrocknete Bananen zum Einkaufen verleiten…

Ein leidiges Thema: Die Debatte um Ladenöffnungszeiten. Grund genug für 10 vor 10, sich auf dem Zürcher Kreuzplatz rumzuhören. Ob jetzt der Kunde, der es dringend braucht, oder eine Frau, die, weil sie Lust verspürte, nach 20:00 Uhr im Coop noch getrocknete Bananen kaufen wollte, der Beitrag hat es in sich. Und sorgte dafür, dass 10vor10 wieder mal das jugendliche Segment erreichte.

Hoppla Schorsch!

Bereits zum dritten Mal in Serie war das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 an der Tagwache zum Schmutzigen Donnerstag in Brunnen/SZ zugegen. Wichtiger Bestandteil sind natürlich die Interviews mit den Fasnachtsbegeisterten. Wie bereits 2012 durfte sich auch dieser Jahr „Georges“ profilieren:

Ich glaub, mi Vater isch uhuere betrunke!

Am 11. Februar 2014 war der Schweizer Snowboarder Iouri Podladtchikov am Ziel seiner Träume: Er gewann im Snowboard Halfpipe-Wettbewerb der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi/RUS die Goldmedaille und schlug somit auch seinen ärgsten Rivalen Shaun White. Noch schöner anzuschauen als die beiden Runs inklusive Yolo-Flip (im Fachjargon Cab Double Cork 1440) war das Interview mit Schweizer Radio und Fernsehen nach dem Wettkampf. Zunächst drängelte sich der Reporter der Tessiner SRF-Schwesterorganisation RSI vor und stellte Podladtchikov trotz dem Unbehagen, dass SRF-Experte Gian Simmen (Halfpipe-Olympiasieger 1998 in Nagano) neben Podladtchikov stehen blieb, zwei Fragen. Nach der Unsicherheit Podladtchikovs, ob seine Antwort genügte, war dann der SRF-Mann Olivier Borer an der Reihe: Auf die Frage nach Podladtchikovs Familie antwortete dieser salopp: Ich glaub, mi Vater isch uhuere betrunke!:

Richi, ha gseit, söüsch di guet hebä!

Die damals noch Schweizer Fernsehen genannte Rundfunkanstalt porträtierte in der Sendereihe Auf und davon Schweizer Auswanderer. Darunter war auch die Familie Schönbächler im kanadischen Rosswood. Insbesondere Vater Herrmann mit seinem gigantisch anmutenden rotbraunen Bart und sein Sohn Richi erlangten Kult, nachdem Richi beim Aussteigen aus dem Bagger fiel und Herrmann gar nicht begeistert war, weil sich Richi seiner Meinung nach zu wenig festgehalten hatte.

Doch damit nicht genug, Richi wird von seinem Vater zudem noch in einen Weihnachtsbaum verwandelt:

ein Wiedersehen mit der Familie Schönbächler gibt es übrigens in der von Röbi Koller moderierten SRF DOK-Reihe Fortsetzung folgt…

Sind Sie eigentli vum Aff bisse?: Christoph Mörgeli auf dem heissen Stuhl

Achtung! Quarantäne in Leutschenbach! Rundschau-Moderator und Ex-Chefredakteur des Sonntags, Sandro Brotz, sei vom Affen gebissen worden, dies zumindest die Meinung von SVP-Nationalrat und Ex-Professor am Medizinhistorischen Institut der Universät Zürich, Lieferwagenknaller Christoph Mörgeli. Auf dem heissen Stuhl schlägt er verbal wild um sich, wohl nichts ahnend, dass sein Getue leibhaftige Komik ist – und dank YouTube ein Grund dafür, dass auch mal unter 40-jährige einen Rundschau-Beitrag sehen.

Der Affe ist in der SVP recht beliebt

Auch Mörgelis Parteikollege Ueli Maurer scheint es mit den Affen zu haben, im Vorfeld der Gripen-Abstimmung im Parlament bezeichnete er einen Kameramann, der ihm zu nahe getreten war, als Aff:

Waren es jetzt 14 oder 15 Schafe?

Für den wohl grössten Brüller in den letzten Jahren zeichneten sich die Gebrüder Schmidig aus Sattel/SZ verantwortlich. Der früher an einer „Lunggänentzündig“ leidende Markus und sein schielender und zählender Bruder Guido werden Anfang Dezember 2009 vom kantonalen Veterinäramt verdächtigt, fünfzehn (oder waren es nur deren vierzehn?) Schafe in der Garage geschächtet zu haben. Die Brüder bestreiten dies in unfreiwillig komödiantischer Manier, der Beitrag der SF-Regionalnachrichtensendung Schweiz aktuell vom 3. Dezember 2009 inklusive Schleichwerbung für den Boten der Urschweiz, den Erläuterungen eines Bolzenschussapparates und dem unerfreuten Anschreien eines TV-Reporters hat vor allem in der jüngeren Generation längst Kultstatus erlangt:

Doch damit nicht genug. Nach einer von den Behörden veranlassten Zwangsversteigerung liess der neue Eigentümer Ende Mai 2012, nachdem die Schmidigs ihre Miete nicht bezahlten, die Türschlösser austauschen. Mit dem Ergebnis, dass die Sattler Brüder sich per Fenstereinschlagen Zugang zum Haus verschafften:

Auch knapp drei Jahre nach ihrem ersten medialen Auftreten sorgen sie weiterhin für Furore – gemäss eines Nachrichtenbeitrages von TeleZüri, der bei Erhältlichkeit hier nachgetragen wird, habe Markus den Schwyzer Kantonstierarzt Josef Risi zweimal ins Gesicht geschlagen, woraufhin dieser Anzeige erstattete.

Als ihr Haus vom neuen Eigentümer geräumt wurde, war Tele Züri selbstverständlich nicht weit weg. Mangels Einbindungsmöglichkeit der betreffenden Sendung hier der Link.

Der im Wohnzimmer sitzende Ohrenzeuge

Der Zürcher Privatsender Tele Züri lebt von den Trash-News und seinen Boulevardmagazinen, die abgesehen vom nervenden Christoph-Mörgeli-Propagandainstrument Talk täglich doch auch amüsante und lustige Züge aufweisen können, wie der längst legendär gewordene Ramiz Krasniqi, der in seiner Stube sitzend zum Ohrenzeugen eines Autounfalls wurde, beweist.

Angst und Gäld hani kei

Nicht weiter erläutert muss der Tele Züri-Beitrag über Yilmaz Z., da dieser wahrscheinlich schon jedes Mitglied der jüngeren Generationen zu Gemüte geführt hat. Sollte es doch jemanden geben, dem Yilmaz‘ Schilderungen ein Fremdwort sind, ist hier der Beitrag zu sehen:

Wie wird der restliche Sommer 2011?

Der Sommer 2011 liess stark zu wünschen übrig, Regenfälle gehörten bekanntlich nicht der Seltenheit an. Grund genug für den Luzerner TV-Sender Tele 1, den bekannten Wetterschmöcker Martin Horat, der jüngst mit seinen umstrittenen Ameisenspots für Schweiz Tourismus für mediales Aufsehen sorgte, in die Talkshow Fokus einzuladen, um zu erfahren, ob die miserablen Wetterverhältnisse andauern. Das Resultat – Cabaret par excellence:

Osman bei Fohrler live

TV3 gibt es längst nicht mehr, trotzdem haben es einzelne Relikte aus dessen Zeiten dank Videoplattformen wie YouTube geschafft, bis heute zu überleben. Eines dieser Relikte ist eine Folge von Dani Fohrlers Talkshow Fohrler live, in dem Osman und Co über Jugendgewalt diskutieren, sofern letzteres Wort überhaupt der richtige Begriff für die Vorgänge im Studio ist.

Wie hiess der Ort nochmal?

Der nicht mehr existente, weil von Tele 1 geschluckte Zentralschweizer Regionalfernsehsender Tele Tell hatte 2007 einen ganz besonderen Beitrag im Jahresrückblick der Pannen. Im Holcim-Schotterwerk von Unterschönenbuch/SZ wurde ein Muotathaler interviewed, der von Helikoptern und Gemsen auf dem Hirschbödeli erzählt, dann aber den Namen dieses Ortes zu vergessen schien. Doch auch Peytsch konnte ihm da nicht helfen:

Trotz EHEC bleiben Gurken sein Lieblingsgemüse

Im Sommer 2011 grassierte in Europa das EHEC-Virus, vor allem Gurken wurden von diesem Erreger infiziert. Anlass genug für ein Tele Züri-Reporterteam, sich auf der Strasse Oerlikons umzusehen und umzuhören. In akzentbehaftetem Deutsch entschuldigt sich ein solch Befragter für seine feuchte Aussprache und versichert später, trotz EHEC an seinen Lieblingsgemüse namens Gurken festzuhalten. Die Posse rund um den Erreger hält er für „Gugus“, es diene nur zum Geldmachen, schliesslich haben „Gugus“, Gurken und Gemüse denselben Anfangsbuchstaben:

In Adliswil stinkt selbst das abgekochte Trinkwasser

Auf Tele Züri schildert eine Einwohnerin Adliswils/ZH, warum sie nach einer Gewässerverschmutzung das Leitungswasser aus Zürich importiert, statt es, wie von den Behörden empfohlen, abzukochen – es ist alles mit Stink:

Die Beweggründe, um am 1. Mai teilzunehmen

Die Randalenzüge am 1. Mai in Zürich werden oftmals auch von Gaffern begleitet, die aber nicht nur zusehen, sondern sich selbst aktiv an den Krawallen beteiligen. Die 14- bis 16-jährigen Knirpse haben da oftmals ganz banale Beweggründe, wie sie Tele Züri erzählten:

Wie sich Widmer-Schlumpf bei der Urner SVP beliebt machte…

Der 13. Dezember 2007 markierte einen wichtigen Meilenstein in der Schweizer Politgeschichte – es wurde wieder auf Demokratie gesetzt. Eveline Widmer-Schlumpf (heute BDP) wurde anstelle des damaligen SVP-Justizministers Christoph Blocher in die Landesregierung gewählt, was jedoch nicht jedem zu gefallen schien, was auch das Urnerfähndli von Parteimitglied Patrick Planzer zu spüren bekam:

Die Judas-Rufe von Planzer und seinem Zuger Parteikollegen Ernst Merz waren der beste Beweis, dass diese Herren ihr eigen Gesprochenes nicht mal verstehen.

Best of Hans Jucker

Der vor eineinhalb Jahren verstorbene Hans Jucker war eine Kultfigur im Schweizer Fernsehen, die Kommentare des Sportmoderators aus Affoltern am Albis/ZH waren legendär. Definitiv ein Mann, der nicht auf den Mund gefallen war, die Sportredaktion hat mir die Arbeit ungemein erleichtert und bereits einen Zusammenschnitt seiner besten Kommentare samt den raschen Wechsel zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch zusammengestellt, auch solche, die entstanden, als die Kameras vermeintlich ausgeschaltet waren:

Roger gegen Christoph

Schawinski – ein gutes Beispiel, wie die Talkshow zu einer Comedysendung verkommt, zeigt folgende Ausgabe mit Christoph Blocher:

Ja, das kommt im Fernsehen!

Zum Abschluss ehren wir nochmal Tele Züri, weil dieser Sender als Lieferant der meisten Videos dieser Liste figurierte. In diesem Beitrag geht es um das Ur-Dörfli, welches zu den Sozialwerken von Pfarrer Ernst Sieber, auch bekannt als hl. Gaspedal, gehört. Ein Italiener vergewissert sich dabei, dass seine Instruktionen fürs Rückwärtseinparkieren eines Lastwagens auch wirklich im Fernsehen kommen:

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Die Videos wurden allesamt von YouTube übernommen, über die Beteiligten zu lachen heisst nicht, rassistisch zu sein!

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