SBB sanieren Rindelfluhtunnels zwischen Arth-Goldau und Immensee

Zwei Jahre vor der rechten Zugerseestrecke erhält nun auch die linke Zugerseestrecke ein kräftiges Facelifting. Die beiden Rindelfluhtunnels zwischen Immensee/SZ und Goldau werden im Jahr 2014 für insgesamt 10,6 Millionen Franken saniert, was zwei Totalsperrungsintervalle von je 15 Wochen zur Folge hat. Die Sperrungen können aus betrieblichen Gründen nur dann vorgenommen werden, wenn die Strecke Zug-Goldau vollständig zur Verfügung steht.

Rindelfluhtunnels werden saniert

Auf der Gemeinde Arth liegt ein Baugesuch der SBB vor, welches die Sanierung der beiden Rindelfluhtunnels an der Rigilehne der Strecke Immensee-Goldau vorsieht. Die bergseitige
Röhre wurde bei der Gotthardbahn-Eröffnung 1882 in Betrieb genommen, die talseitige beim Ausbau auf Doppelspur im Jahre 1904. Die Tunnels liegen auf Höhe Oberarth, parallel wird die Rigilehne noch vom Engiberg-Tunnel der Autobahn A4 durchbohrt. Für die Baukosten sind rund 10,6 Millionen Franken veranschlagt, nebst der Sanierung sollen die Tunnels im Hinblick auf die Eröffnung der NEAT-Basistunnels am Gotthard und am Ceneri
2016 beziehungsweise 2019 auch auf die Eckhöhe von vier Metern erweitert werden, so dass nebst Doppelstockzügen auch HUPAC-Züge mit vier Meter hohen Sattelschleppern durch den Tunnel fahren können. Die beiden rund 200 Meter langen Tunnelröhren seien in einem bedenklichen Zustand – so haben sich stehende Gewässer und gar Pflanzen eingenistet – und müssen deshalb bis 2020 saniert werden.

Totalsperrungen die bessere Lösung

Aufgrund der betrieblichen Lage ist am linken Zugerseeufer wie bei der für 2016 bis 2018 anberaumten Sanierung der Strecke Zug Oberwil-Goldau eine Totalsperrung die bessere Lösung als eine Sanierung in Intervallen. Im Gegensatz zum
rechtsufrigen Projekt dauert die Totalsperrung allerdings nicht zwei Jahre, sondern „nur“ 30 Wochen. Diese Sperrungen werden in zwei Intervallen von je 15 Wochen zwischen Februar und September 2014 durchgeführt. Voraussetzung für eine Totalsperrung ist die einwandfreie Verfügbarkeit der Strecke Zug-Goldau, die wohl als Ausweichstrecke mit einer Spitzkehre in Zug figurieren wird. Über das Betriebskonzept 2014 ist wenig bekannt, es ist möglich, dass
beispielsweise die S3 zwei Inselbetriebe Luzern-Immensee und Goldau-Brunnen aufnimmt, während die Schnellzüge Richtung Luzern-Basel zwischen Arth-Goldau und Luzern ausfallen werden und die Reisenden via Zug – wo heute Anschluss in Richtung Luzern gewährleistet ist – geleitet werden.

Im Gotthard geht es vorwärts

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass trotz der Durchschläge der beiden Röhren im Gotthard-Basistunnel weiterhin gearbeitet wird. Zur Zeit werden in beiden Röhren die Gleisanlagen einbetoniert, die Multifunktionsstellen ausgebaut und in absehbarer Zeit auch die Bahntechnik eingebaut. Der Abschnitt Faido-Bodio der Weströhre soll ab 2013 Testfahrten zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zur Tunnelbohrung, wo von fünf Baustellen aus gleichzeitig gearbeitet werden konnte, kann der Einbau der Gleise und der Bahntechnik nur von einer Seite aus erfolgen, weswegen der Tunnel erst per Ende 2016 in Betrieb genommen werden kann. Die Weströhre wird von Bodio aus in Angriff genommen, die Oströhre von Erstfeld. Gleichzeitig mit dem Basistunnel wird auch die 7.5 Kilometer lange, dreigleisig ausgebaute Schnellfahrstrecke Gottardo Sud dem Verkehr übergeben, welche vom Südportal aus parallel zur Autobahn A2 führt, den Brenno mit einer 103 Meter langen
Spannbetonbrücke überquert, bei Osogna in die Stammstrecke mündet und gleichzeitig eine Umfahrung von Biasca darstellt. Sie ist die erste Etappe einer Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Soppraceneri als Verbindung der beiden Basistunnels, die folgenden Teilstücke, der Riviera-Tunnel und die Bahnumfahrung Bellinzona, sind vom Bund wie vergleichbare Projekte, beispielsweise der Axen- oder der Urmibergtunnel, aus finanziellen Gründen zurückgestellt worden. Derweil sind im Ceneri-Basistunnel rund 45% der Röhren
ausgebrochen, auch bei ihm wird als Anbindung an die Bahnstrecke (Bellinzona-) Giubiasco-Locarno eine Neubaustrecke samt Gleisdreieck bei Camorino/TI und San Antonino/TI, um eine spitzkehrenfreie Verbindung Locarno-Lugano zu ermöglichen, erstellt. Beide Eröffnungen sind auf 2019 terminiert. Die Fortsetzung Richtung Süden ist noch nicht geklärt, für den Verlauf Lugano-Chiasso existieren diverse Varianten. Der Grund dafür ist, dass der Ceneri-Basistunnels wegen der geringeren Bedeutung der Strecke Bellinzona-Chiasso für den Güterverkehr gegenüber der Linie Bellinzona-Luino von etlichen Seiten als überflüssig angesehen wird, ihrer Ansicht nach soll die Lago Maggiore-Strecke nach Luino doppelspurig ausgebaut werden, um einerseits mehr Kapazität für den Güterverkehr zu schaffen und andererseits den Stundentakt für die S-Bahn zu ermöglichen. Der heutige Zweistundentakt (Bellinzona-) Cadenazzo-Luino (-Flughafen Milano-Malpensa) ist nebst der Regionalverkehrslinie Palézieux-Romont/FR auf der Strecke Lausanne-Bern die einzige Verbindung im SBB-Netz, wo nicht durchgehend mindestens ein Stundentakt angeboten wird.

SBB sanieren Rindelfluhtunnels zwischen Arth-Goldau und Immensee
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