Neuer Bahnhof in Steinhausen: Bahnverkehr im Kanton Zug wird weiter ausgebaut

Ab Fahrplanwechsel 2012 halten die S-Bahn-Züge zwischen Zug und Uster neu auch an der Haltestelle Steinhausen Rigiblick. Heute fand der Spatenstich zur Haltestelle an der Reppischbahn in Steinhausen/ZG statt, die in einem Jahr erstmals im Halbstundentakt bedient werden soll. Die Kosten von 10,5 Millionen Franken werden von Bund, Kanton Zug und Gemeinde Steinhausen getragen

Erschliessung von Gebieten in Cham und Steinhausen
Die neue Station Steinhausen Rigiblick liegt zwischen den Bahnstationen Zug Chollermüli (rund 1100 Meter Distanz) und Steinhausen (rund 800 Meter Distanz) an der Reppischbahn, die von Zug über Affoltern am Albis nach Zürich Altstetten führt. Vor der Eröffnung der Zimmerberglinie nach Thalwil/ZH war dies die Hauptverbindung aus der Zentralschweiz nach Zürich, weil Zug bis zur Eröffnung der Strecke Zug-Goldau ein Kopfbahnhof war, mussten die Züge aus Luzern und Zürich über die erst 1990 stillgelegte Schleife Zug, die heute noch auf Satellitenbildern klar ersichtlich ist, in den Bahnhof geführt werden.
Die neue Haltestelle soll die stark wachsenden Wohn- und Gewerbegebiete Sumpfstrasse, Turmstrasse und Chamerried in den Gemeinden Steinhausen und Cham/ZG erschliessen. In den letzten Jahren wurde in diesen Gebieten eine starke Bautätigkeit festgestellt, so entstanden unter anderem die vier Towers Steinhausen, in denen unter anderem die in Verruf geratene Ölplattformbetreiberin Transocean ihren Sitz hat.
Der Spatenstich fand in Form eines symbolischen Aktes von Vertretern der SBB, Gemeinde Steinhausen und des Kantons Zug am Ort der geplanten Station statt.
Es ist vorgesehen, dass ab Fahrplanwechsel 2012 die Züge der Zürcher S-Bahnlinie S9, die von Zug über Zürich HB nach Uster verkehren, halbstündlich im Rigiblick halten werden. Prognostiziert werden täglich etwa 600 Personen, die im Rigiblick ein- oder aussteigen werden. Zudem wurde im vergangenen August bekannt, dass für insgesamt 230 Millionen Franken die Bahnstrecke Zug-Arth-Goldau saniert und zwischen Walchwil und Walchwil Hörndli mit einer Doppelspur versehen wird, dazu wird auch das restliche Einspurteilstück Freudenberg-Rotkreuz auf zwei Spuren ausgebaut.

320 Meter langer Bahnsteig
Die Haltestelle umfasst einen 320 Meter langen Seitenbahnsteig auf der Ostseite, also rund doppelt so lang wie die Bahnsteige der neuen Stadtbahnhaltestellen entlang der S1 und gar viermal länger als diejenigen an der S2. Grund für diese Länge ist die maximal mögliche Länge der Zürcher S-Bahn-Züge von 300 Metern, was drei zusammengekoppelten Einheiten (egal welche Fahrzeuggeneration) entspricht. Ebenfalls wurde eine Unterführung für Radfahrer und Fussgänger von Steinhausen in Richtung Chamerried errichtet. Zwischen der Unterführung und dem Perron sind Zugänge in Form von Treppen und Rampen vorgesehen. Wegen der Überdeckung der bewehrten Unterführung mussten sowohl das Trassee des Streckengleises als auch dasjenige des parallel dazu verlaufenden Abstellgleises angehoben werden. Bei einem Doppelspurausbau der Strecke Steinhausen-Chollermüli, sprich der Verlängerung des Abstellgleises zur Sumpfweiche, könnte die Station Rigiblick problemlos mit einem zweiten Seitenbahnsteig versehen werden. Nebenbei werden noch 63 Velostellplätze realisiert. Die Baukosten betragen 10,5 Millionen Franken, für die der Bund, der Kanton Zug und die Gemeinde Steinhausen aufkommen. Die Bauherrschaft übernimmt die SBB, in deren Eigentum die Haltestelle mit Betriebsbeginn analog zu den Stadtbahnhaltestellen geht.
Mit der Bauleitung wurde das Ingenieurbüro André Rotzetter in Baar/ZG beauftragt.

Markanter Ausbau des Zuger Bahnnetzes
Mit dem Bau der Haltestelle Rigiblick setzt sich ein Trend fort, der sehr erfreulich ist. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Bahnhöfe im Kanton Zug saniert oder neu geschaffen. Interessant ist, dass der Kanton die anfallenden Kosten fast alleine beglichen hat. In diesem Sinne sollten sich Kantone, wie der Kanton Schwyz, die eine Beteiligung an Infrastrukturbauten des öffentlichen Verkehrs mangels Gesetzesgrundlage verweigern, schämen. Die Haltestelle Rigiblick ist das erste Projekt, das ausserhalb der Stadtbahn Zug realisiert wird. Noch unter dem Projektnamen Steinhausen Sumpf wurde sie vom Kanton im kantonalen Richtplan 2010-2018 festgesetzt, der Realisierung wurde grünes Licht gegeben, als die SBB versicherte, die Station sei fahrplantechnisch machbar. Seit 2003 wurden unter anderem die bestehenden Zuger Bahnhöfe Baar, Zug, Cham, Rotkreuz und Walchwil saniert, dazu kamen im Rahmen der ersten Etappe der Stadtbahn Zug zahlreiche neue Haltepunkte dazu: Baar Neufeld, Baar Lindenpark, Zug Schutzengel, Zug Chollermüli, Zug Postplatz, Zug Fridbach, Cham Alpenblick, Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten. Im Rahmen der zweiten Teilergänzung in den Jahren 2009 und 2010 wurde der Abschnitt Zug-Baar Lindenpark dreigleisig ausgebaut, dazu kamen mit Zug Casino und Walchwil Hörndli noch einmal zwei weitere Haltestellen dazu.

Siehe auch

  • 230 Millionen Franken für Doppelspur am Zugersee: Artikel zum geplanten Doppelspurausbau zwischen Walchwil und Walchwil Hörndli
  • Links

  • Factsheet der SBB zum Projekt der Bahnhaltestelle Steinhausen Rigiblick
  • Projektwebsite mit Medienmitteilungen und Visualisierungen
  • Word-Dokument des Kantons Zug mit der detaillierten Projektbeschreibung
  • Neuer Bahnhof in Steinhausen: Bahnverkehr im Kanton Zug wird weiter ausgebaut
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