Pirnes bleibt bei Zug – doch Shedden hat ein Luxusproblem

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Der eigentlich nur als Ersatz für den für acht Spiele gesperrten Josh Holden verpflichtete Finne Esa Pirnes bleibt bis Ende Saison beim EV Zug. Doug Shedden hat ein Luxusproblem, denn ihm stehen nun fünf Ausländer zur Verfügung. Doch auf welchen könnte er verzichten?

Eine gute Nachricht
Die Nachricht von der Vertragsverlängerung für Esa Pirnes (der Kontrakt wäre am 15. Oktober ausgelaufen) ist eine sehr frohe, denn mit Lugano war ein ernst zu nehmender Rivale im Kampf um den Finnen in der Liga vorhanden. Als der EVZ im September die Verpflichtung des Finnen bekannt gab, wurde mild gelächelt, denn er schien auf dem absteigenden Ast zu sein. Doch weit gefehlt, in den acht Spielen, in denen er Josh Holden mehr als würdig vertrat, legte er sein gesamtes Können auf den Rink, und siehe da, plötzlich wollten ihn andere haben. Das ist immer so. Doch jetzt hat der EVZ fünf Ausländer, einer wird also pro Partie stets überzählig sein. Wer ist es? Markkanen, Wozniewski, Holden, Metropolit oder doch Pirnes?

Markkanen oder Woznievski: Ideale Kandidaten
Für viele hat der EVZ eine Ausländerposition in der Figur von Torhüter Jussi Markkanen vergeudet, der temperamentvolle Landsmann Pirnes‘ fiel während seit seiner Ankunft in Zug nicht nur durch gute Leistungen auf. Einmal durfte er wegen eines Stockwurfs für zehn Spiele aussetzen. Diese Saison legt er eine Achterbahnfahrt hin, denn trotz des sportlichen Höhenflugs ist die Defensive nicht gerade auf einem hohen Niveau. Gute Leistungen, wie beim 4:0 gegen den SC Bern wechseln sich mit kritikwürigen ab, wie beispielsweise beim 7:6 gegen Kloten. Die Siege sind vielmehr der Offensive zu verdanken, denn wie viele Mannschaften gewinnen trotz sechs Gegentreffern? Der zurzeit an den B-Ligisten HC Thurgau ausgeliehene Schwyzer Sandro Zurkirchen hat in der Vergangenheit einige Male gezeigt, dass er nicht umsonst Ersatzgoalie ist. Er würde das Ausländerkontingent somit entlasten. Shedden ist zwar ein Anhänger von Erfahrung, der Blick auf das Kader zeigt, dass im EVZ-Dress zahlreiche Spieler agieren, welche den 30. Geburtstag längst hinter sich haben, doch es sollte nicht sein, dass man eine Ausländerposition mit dem Torhüter besetzt. Die ZSC Lions hatten mit Ari Sulander zwar auch einen Finnen auf diesem Posten, der jedoch sein Geld wert war und schliesslich auch die Schweizer Staatsbürgerschaft erlangt hatte.

Auch der Ausländer in Zugs Verteidigung, der US-Amerikaner Andy Wozniewski, ist leistungsmässig in der vergangenen Saison in die Kritik geraten. Die Defensive wurde durch den Abgang von Rafael Diaz empfindlich geschwächt, sein Nachfolger Timo Helbling wurde nicht gerade mit Vorschusslorbeeren geschmückt, zeigte in der laufenden Saison bis anhin jedoch eine gute Leistung. Wozniewski wiederum machte vor allem bei seiner Matchstrafe gegen Ambrì-Piotta (1:5) von sich reden, ansonsten ist er unauffällig. Eigentlich wäre dies die ideale Position, um den überzähligen Ausländer loszuwerden, doch so gibt es zur Zeit gute eigene Verteidiger? Der EVZ ist etwas klamm bei Kasse, für die laufende Saison wurde ein Verlust von 200’000 Franken budgetiert, vor allem, weil der Club aufgrund eines Entscheides des Zuger Kantonsrates neu für 60% der Sicherheitskosten an den Heimspielen selber aufkommen muss. Die Weiterbeschäftigung von Pirnes konnte sich der Verein nur dank dem Gewinn des Testspiels gegen die New York Rangers (8:4) vom 3. Oktober leisten.

Leider Rotation im Angriff
Die wahrscheinlichste Lösung ist jedoch die enttäuschendste. Shedden wird wohl im Angriff zu einem Rotationsmodus zurückgreifen. Von den drei Offensivkräften Pirnes, Holden und Glen Metropolit werden pro Spiel nur zwei zu sehen sein, der dritte darf auf die Tribüne gehen. Es ist ein wenig schade, denn die drei wären zusammen mit Damien Brunner und Fabian Schnyder die perfekte Offensive, die sich ein Verein nur wünschen kann. Doch den Fünfer und das Weggli kann man wohl nie haben. Hoffen wir nur, dass die Rotation nicht auf die Psyche und die Spiellaune der Akteure schlägt, denn jeder von ihnen hat eingeschlagen. Die Weiterbeschäftigung von Pirnes ist auf jeden Fall ein Highlight in der laufenden Saison für den EV Zug, doch auch Holden und Metropolit haben entsprechende Qualitäten. Ende Saison läuft beispielsweise Metropolits Vertrag aus, es wäre äusserst schade, würde er den Verein verlassen